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Antirassistische Demonstration am 29. November 2008 in Neuss

Auch in diesem Jahr steht der 25. November weltweit im Zeichen des Kampfes um Befreiung von Formen gegen Frauen gerichteter Gewalt.

Diese Tradition geht zurück auf das Schicksal dreier Frauen, die 1960 in der Dominikanischen Republik nach einem Besuch politischer Gefangener von Schergen des Trujillo-Regimes vergewaltigt und ermordet wurden. Der 1982 von lateinamerikanischen Aktivistinnen eingeführte Internationale Frauenaktionstag sollte der hiesigen Linken als Anlass dienen, Stellung gegen institutionellen und gesellschaftlichen Sexismus in der BRD zu beziehen. Hiervon betroffen sind beispielsweise in die Mühlen der rassistischen Abschiebepraxis geratene Migrantinnen.
An wenigen Orten in der BRD wird dies ähnlich deutlich wie im niederrheinischen Neuss, wo seit 1993 der bundesweit einzige Frauenabschiebeknast in Betrieb ist. Derzeit sind in der JVA an der Grünstraße mitten in der Neusser Innenstadt circa 20 von Abschiebung bedrohte Frauen inhaftiert. Abschiebehaft bedeutet für die bis zu 18 Monate lang Inhaftierten ein “Leben” hinter Mauern und Sicherheitsdraht, bewacht von bewaffnetem JVA-Personal. Der psychische Druck, der hier auf die Frauen ausgeübt wird, ist schier unvorstellbar.

Diese Zustände dürfen nicht widerstandslos hingenommen werden!

Deshalb beteiligt euch an der Demo gegen den Neusser Frauenabschiebeknast!

Den sexistischen und rassistischen Normalzustand brechen! Staatlichen Rassismus bekämpfen!

29. November 2008 – 14 Uhr – Marienkirchplatz (Hauptausgang Hbf Neuss)

Den ganzen Aufruf gibt es hier zu lesen:

www.antifaneuss.tk

Erfolgreicher antirassistischer Aktionstag in Neuss

Am Samstag, dem 30. August 2008, wurde im Rahmen der internationalen Kampagne „Tag ohne Abschiebung“ auch vor der bundesweit einzigen Frauenabschiebehaftanstalt auf der Grünstraße in Neuss demonstriert. Mindestens 250 Menschen setzten im Laufe des von 15 bis 24 Uhr andauernden Aktionstages ein deutliches Zeichen gegen staatlichen und gesellschaftlichen Rassismus. Sie erwartete ein buntes Programm, das u. a. Redebeiträge, eine Ausstellung, Live-Musik und einen Kabarett-Auftritt umfasste. Im Zuge parallel stattfindender dezentraler Aktionen wurden auch die BesucherInnen des Neusser Schützenfestes über die Situation der in Neuss unter inakzeptablen Bedingungen inhaftierten Frauen sowie die menschenverachtende Flüchtlingspolitik, die allein an den EU-Außengrenzen 2007 etwa 2000 Todesopfer forderte, informiert.
Der Aktionstag verlief in einer entspannten, aber kämpferischen, von Solidarität mit Flüchtlingen überall auf der Welt geprägten Atmosphäre. Die InitiatorInnen werten die Veranstaltung als Erfolg und kündigen an, dass sie nicht die letzte dieser Art in Neuss bleiben wird.

Den internationalen RassistInnenkongress in Köln verhindern!

Vom 19. bis zum 21. September 2008 wollen RassistInnen und NeofaschistInnen aus ganz Europa in Köln einen so genannten „Anti-Islamisierungs-Kongress“ durchführen. Auf Einladung der selbsternannten „Bürgerbewegung pro Köln“ wollen bis zu 1000 Rechte verschiedenster Couleur (von klassischen Neonazis bis hin zu vermeintlich biederen Rechtskonservativen) unter dem Deckmantel islamkritischer Positionen menschenverachtende Hetzpropaganda betreiben.

In der gesamten Rhein-Ruhr-Region wird hiergegen mobil gemacht. Mit Massenblockaden will ein breites Bündnis das Fascho-Treffen verhindern. Des Weiteren werden im Vorfeld zwei Kongresse von linker Seite zum Thema stattfinden. Auch in Düsseldorf und Umgebung sind diverse Veranstaltungen und Aktionstrainings geplant.

Beteiligt euch an den Massenblockaden rund um den Ort des Nazi-Kongresses!

Seid kreativ!

Sie kommen nicht durch!

Aktualisierte Informationen unter:

www.hingesetzt.mobi

Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Häuser klaut!

Heute kam es aus Protest gegen den polizeilichen Übergriff auf die Hamburger Rote Flora (siehe Erklärung der Roten Flora) zu einer Spontan-Demo in Düsseldorf. Knapp sechzig Menschen aus linksradikalen Zusammenhängen zogen gegen 18.00 Uhr vom Hauptbahnhof los. Ihr Weg führte sie über mehrere Hauptverkehrsstraßen bis in die gut besuchte Altstadt. Die sichtlich überraschte Polizei war erst nach einer Weile präsent und ließ sich durch wiederholte Geschwindigkeits- und Richtungswechsel zusätzlich irritieren. Das Anliegen der Demo wurde durch Transparente, Flugblätter, kurze Redebeiträge und lautstark vorgetragene Parolen vermittelt. Körperliche Konfrontationen mit der Staatsgewalt blieben aus, wenn mensch von einem Bullen absieht, der sich offenbar in seiner Ehre gekränkt fühlte, als ein Demonstrant kurz an „seinem“ Fahrzeug lehnte. Nachdem er von der Absurdität seines Vorhabens, den Übeltäter im Alleingang aus dem Demonstrationszug zu zerren, überzeugt worden war, beruhigte sich die Lage jedoch rasch wieder.
Insgesamt konnte mit der heutigen Aktion auch in Düsseldorf ein kleines, aber feines Zeichen der Solidarität mit der Roten Flora gesetzt werden.

Indymedia-Artikel zur Soli-Demo

Nazi-Gedenken in Düsseldorf ein einziges Desaster

Mitglieder der Libertären Gruppe Düsseldorf beteiligten sich heute, am 25. Mai 2008, an den Protestaktivitäten des Bündnisses „Kein Platz für Nazis“.
Notwendig waren diese durch eine Gedenkveranstaltung der revanchistischen „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ (JLO) zu Ehren des seit 85 Jahren innerhalb der extremen Rechten als Märtyrer geltenden Freikorps-Angehörigen Albert Leo Schlageter geworden. Der Kranzabwurf alter und neuer Nazis geriet jedoch alles andere als imposant, da kaum dreißig Ewiggestrige den Weg zum 39er-Denkmal auf dem Reeser Platz in Düsseldorf-Golzheim fanden, während die Gegenseite mehr als das Zehnfache an Menschen zu mobilisieren vermochte.
Zudem konnte das massive Auftreten der Staatsgewalt, die mit in der Lokalpresse lancierten Verleumdungen im Vorfeld der antifaschistischen Kundgebung sowie haltlos überzogenen Auflagen am Tag der Protestveranstaltung selbst gewohnt perfide zu Werke ging, nicht verhindern, dass wiederholt Nazi-GegnerInnen direkte Störungen der Gedenkposse gelangen.
Richtig peinlich wurde es für das braune Häuflein dann nach vollzogenem Kranzabwurf: Über den ideologischen Hintergrund ihrer Möchtegernfahrgäste informiert, weigerten sich die FahrerInnen georderter Taxis, die Nazis zu befördern.
Team Green wusste sich schließlich nicht mehr anders zu helfen, als die sichtlich frustrierten Schlageter-Fans in einem Wanderkessel, den wiederum etliche AntifaschistInnen lautstark eskortierten, aus der Gefahrenzone zu geleiten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das heutige Schlageter-Gedenken in Düsseldorf ähnlich desaströs verlief wie Schlageters Laufbahn als Rechtsterrorist, die 1923 in einem Essener Hotel endete, in dem er, obwohl zur Fahndung ausgeschrieben, unter seinem richtigen Namen nächtigte…

Pressemitteilung des Bündnisses „Kein Platz für Nazis“

Erklärung des Ermittlungsausschusses

Etwas Besseres als Staat und Kapital findest du überall – die Libertäre Gruppe Düsseldorf stellt sich vor

Wir leben in Zeiten vermehrter Kriege, und einer durch die Herrschenden ständig gesteigerten Ausbeutung von Mensch und Natur. Einher geht dies mit verschärfter Entrechtung des Individuums, der schrittweisen Abschaffung der wenigen individuellen Freiheiten und zunehmender Überwachung durch die Institution Staat. In diesen Zeiten ist es notwendig, eine Alternative zum herrschenden Chaos aufzuzeigen und sich zu wehren. Notwendig ist der Kampf gegen die antisoziale und unfreiheitliche Herrschaft des Menschen über den Menschen.
Die Zukunft des Menschen kann nicht in seiner Unterordnung unter ein kapitalistisches oder staatskapitalistisches System der Unfreiheit und Ungleichheit liegen. Oder einer sonstig gearteten Form von Obrigkeit.

Das staatliche und kapitalistische System ist nicht am Menschen orientiert, es muss niedergerissen werden. Sein hierarchiches Räderwerk dient einzig und allein der Knechtschaft des Menschen.

Nicht so weiter – eine andere Philosophie

Die Alternative besteht in einem libertären Sozialismus, welcher den Geist der Basisdemokratie und der Räte atmet. Bestehende Kooperative und Kollektive, diese Inseln der Freiheit und Gleichheit, vermögen es alleine nicht, die herrschend Unordnung zu gefährden. Solche libertären Projekte lassen sich jedoch mit der Durchdringung der Arbeiterbewegung durch den sozialen Anarchismus vereinbaren.

Die revolutionäre anarchistische Philosophie und Aktion haben die Befreiung des Individuums und die Gleichberechtigung der Menschheit als Ganzes zum Ziel. Die Ablehnung der real bestehenden Kultur, welche Ausdruck der Werte der herrschenden Klasse ist, deren autoritäre und repressive Strukturen, sind ebenso Schwerpunkte des Kampfes um Selbstbestimmung und Befreiung.

Das Auslesesystem Schule, welches die Jugend der herrschenden Kaste bevorteiligt, dient dazu, die Jugend der unteren gesellschaftlichen Klassen reif für hierarchiche Produktionsabläufe zu machen. Über den Umweg von Familie und Schule umfängt die Gesellschaft das Inviduum, um ihm das Prinzip des Gehorsams einzutrichtern. Das Ergebnis sind gut funktionierende Untertanen am Arbeitsplatz und beim Militär.

Deshalb ist es mehr als notwendig, Initiativen des radikalen Kampfes und des Widerstandes gegen die Funktionen und die Strukturen der Schule zu fördern und deren ideologische Inhalte zurückzuweisen. Die Entwicklung einer speziell anarchistischen Kultur muss entwickelt werden.

Die Revolte der Frauen ist ein bedeutender Teil des libertären Potentials der Protestbewegungen. Wegen der doppelten Unterdrückung, der die Frauen in dieser Gesellschaft ausgesetzt sind, ist es notwendig, die Frauenfeindlichkeit des Herrschaftssystems herauszustellen:

Dies sind vor allem das Patriarchat und seine Folgeerscheinungen. In der gesellschaftlichen Realität sind frauenspezifische Probleme nicht zweitrangig, in ihr sind Frauen nicht frei.
Mit Ausnahme der AnarchosyndikalistInnen, hat sich die jetzt real-existierende sogenannte „Gewerkschaftsbewegung“ in eine systemintegrierende, die kapitalistischen Ausbeuterordnung stützende Struktur verwandelt. Dabei gibt es in verschiedenen Ländern verschiedene Modelle.

In der BRD ist es ein kombiniertes Modell, das Teil des kapitalistischen Systems und des Staates ist, und politische Parteien (vor allem SPD und CDU) unterstützt. Es ist daher notwendig, Alternativen zu bestehenden, das Herrschaftssystem stützende „Gewerkschafts“organisationen, zu unterstützen. Die offiziellen „Gewerkschaften“ dienen nämlich nicht der Befreiung der Menschen, sondern deren Knebelung.

Undogmatisch, antiautoritär – revolutionär

Die Gründung einer libertären FdA-Gruppe im Raum Düsseldorf soll oben genannte Ziele befördern helfen, Realität zu werden. Nicht etwa nur in versteckten Hinterzimmern, bei Punsch und Zigarrettenrauch, soll ein weiterer linker Diskussionszirkel zustande kommen. Theorie und Praxis anarchistischer Zielsetzung sollen stattdessen zum Tragen kommen und im öffentlichen Raum zu wirken beginnen.




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